Herzlich Willkomen beim Bündnis pro Inklusion in Köln. Auf dem Bild ist der Schriftzug Bündnis pro Inklusion in Köln zu lesen und das Logo ist zu sehen. Es besteht aus einem Labyrinth in Anlehnung an ein Fingergeduldspiel
Sie befinden sich hier: Bündnis pro Inklusion / Aktionen

Aktionen

21.04.2005

Ein Rückblick in Bildern auf unsere Podiumsveranstaltung in der Reihe
"Talk am Dom" vom 21.04.2005 zum Thema:

Eine Stadt für alle?! "In Kölle will ich leeve - so wie ich bin"

Mit heißen Rhythmen und viel Energie sorgte die Sambagruppe der Michaeli-Schule vor dem DOMFORUM für Stimmung und Aufmerksamkeit. Engagierte SchülerInnen und Schüler aus integrativen Klassen verteilten an die neugierig gewordenen Passanten Handzettel. Darauf machten sie deutlich, was Sie unter einer „Stadt für alle" verstehen.

Foto von der Sambagruppe der Michaeli-Schule
Dieses mitreißende Treiben auf der Domplatte war ein gelungener Auftakt für die folgende Diskussion.

Foto von der Sambagruppe der Michaeli-Schule

 

 

 

Um 17 Uhr war der Saal im Erdgeschoß des DOMFORUMS bis auf den letzten Platz gefüllt, als die Moderatorin die Gäste begrüßte und das Bündnis pro Inklusion vorstellte.

Bild vom Publikum im DOMFORUM

 

Foto von Siegfried Saerberg

 

 

 

 

Als blinder Künstler und Wissenschaftler nahm Siegfried Saerberg den Inklusionsbegriff unter die Lupe. Poetisch und kabarettistisch näherte er sich der Beziehung zwischen „Kuckies“ und „Nicht-Kuckies“ wie er sie nennt an. Hier ein Ausschnitt:
„Herr Sehlos ist jemand, der vom Los seiner sehenden Mitmenschen ganz besonders berührt ist. Das Los des Sehens ist nämlich in der Weise auf ihn gefallen, dass er es los ist, aber in keinster Weise bedeutet dies, dass man wiederum ihn los ist, im Gegenteil, es geht auf vertrackte Weise los mit ihm – ja man könnte mit einigem Recht davon sprechen, dass er seinerseits los ist. Diese Losung des Sehens, von der er abgelöst, nicht aber erlöst ist, lässt ihn eben nicht mehr los.“

Bild vom gesamten Podium
Podium von links nach rechts:

Moderatorin: Anke Bruns freie Journalistin und Moderatorin führte souverän durchs Programm

Foto der Moderatorin Anke Bruns

Foto der Moderatorin Anke Bruns und Prof. Dr. Walther Dreher

Prof. Dr. Walther Dreher von der heilpädagogischen Fakultät der Universität zu Köln erklärt im Auftrag des Bündnisses den Unterschied zwischen Integration und Inklusion. „Einfach gesagt liegt der Unterschied darin: Im Falle der Integration versuchen wir den Schüler passend für die Allgemeine Schule zu machen, ihn dahingehend zu fördern, dass er dort beschult werden kann. Inklusion hingegen meint, dass System Schule zu verändern und es für die Schülerinnnen mit ihren unterschiedlichen Bedürfnissen passend zu machen.“

Foto von Susanne von DanielsSusanne von Daniels wies darauf hin, dass die Sprache über Menschen mit Behinderung häufig schon Ausgrenzung beinhaltet. Nicht-Aussonderung, für sie ein deutlicheres Wort als Inklusion, beginnt durch eine bewusste Veränderung des Sprachgebrauchs. Damit Köln eine Stadt für alle wird, sind mehr niederschwellige Beratungsangebote für Menschen mit Behinderung notwendig, welche die Möglichkeit zum Erlernen von Selbstbestimmung ermöglichen. Für politische Entscheidungen sollten die Lösungen, die Menschen mit Behinderung und ihre Angehörige bereits gefunden haben, als Ausgangpunkt für Entwicklungen genutzt werden.
Foto von Annette Weber
Annette Weber plant mit ihren Mitschülerinnen am Joseph-Dumont- Berufskolleg als angehende Veranstaltungskaufleute eine Begegnungsplattform für Menschen mit und ohne Behinderung im Rahmen eines Klassenprojektes. Mit einer Rollstuhlralley und anderen Aktivitäten sollen Kölner Bürgerinnen und Bürger für die Einschränkungen behinderter MitbürgerInnen sensibilisiert werden. Dabei so Weber, sei der Klasse bewusst geworden, wie schwer es sei in Köln einen barrierefreien öffentlichen Platz zu finden, auf dem dies möglich wird. Ein besonderer Erfolg des Projektes sieht die Schülerin darin, dass sie und ihre Klassenkameraden bei der Planung weitere Veranstaltungen die Sicht auf verschiedene Bedürfnisse so schnell nicht wieder vergessen.

Foto von Marlies Bredehorst Marlies Bredehorst war der Ansicht, dass Köln noch viele Anstrengungen unternehmen muss, um eine Stadt für alle zu sein. Ihrer Meinung nach ist es zum einen wichtig, Barrierefreiheit in der Stadt konsequent umzusetzen. Zum anderen fehlt bisher in den Köpfen das Mitdenken von Menschen mit Behinderung bei der Planung jeder Maßnahme in allen Politikfeldern. Ziel solle es sein vom Fürsorge-Denken weg zukommen, um ein selbstbestimmtes Leben der Menschen mit Behinderungen in Köln möglich zu machen. Mit der Einrichtung der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 2004 sei Köln auf einem guten Weg.

Foto von Cavit Karadeniz Cavit Karadeniz von IncluCity Cologne, einer Gruppe von Menschen mit und ohne geistiger Behinderung machte deutlich, dass Köln noch keine Stadt für alle ist. Er stellte die Frage:
Warum werden Menschen mit Behinderungen auch mit geistiger Behinderung nicht bei Entscheidungen, die Sie in Köln betreffen, befragt. Dann könnte doch viel besser gemeinsam überlegt werden, was getan werden muss.

Foto von Pfarrer Meurer Pfarrer Meurer resümierte die Beiträge seiner VorgängerInnen auf dem Podium mit einer Frage, die er als gesellschaftliche Grundsatzentscheidung einstuft:“ Gibt es Zugehörigkeit ohne Leistung?“ In Bezug auf Inklusion ist es seiner Meinung nach von Bedeutung nicht nur über Teilnahmegerechtigkeit, sondern über Verteilungsgerechtigkeit finanzieller Mittel zu diskutieren. Eine solche Wende ist möglich, so Pfarrer Meurer: „Wenn wir als Bürgerinnen und Bürger die Lösungen nicht allein von der Stadt oder anderen Autoritäten erwarten, sondern selbst aktiv werden. Wir müssen öffentlich die loben, die mehr für ein gerechtes Miteinander tun als andere!“

Foto vom Podium während SchülerInnen der IGS Holweide einen Brief an Frau Bredehorst überreichenBriefaktion:
SchülerInnen mit und ohne Behinderung bestiegen das Podium und überreichten der Sozialdezernentin Frau Bredehorst einen selbstverfassten Brief. Darin fordern Sie die Stadt auf sich für den Erhalt der Integrationshelfer einzusetzen, so dass sie weiterhin gemeinsam lernen können.
„Den SchülerInnen ist es wichtig sie auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, denn das gemeinsame lernen macht ihnen anscheinend Spaß und sie wollen die behinderten SchülerInnen in ihrer Klasse nicht verlieren.“ So kommentierte eine Lehrerin die Briefübergabe am Mikrofon.

Foto eines Gastes im Publikum mit der Moderatorin Anke BrunsPlenum
Viele interessierte Bürgerinnen und Bürger trugen Ihre persönlichen Fragen und Themen vor. Zentrales Thema war die Quantität und Qualität der Schulbegleitung für behinderte Schülerinnen und Schüler im gemeinsamen Unterricht an der allgemeinen Schule. Denn die schwierige finanzielle Situation gefährdet zur Zeit den Einsatz qualifizierter Kräfte. Frau Bredehorst sicherte den viele besorgten und verärgerten LehrerInnen und Eltern zu, sich der geschilderten Fälle anzunehmen und weiterhin im Gespräch zu bleiben.

Zum Abschluss der Veranstaltung resümierte Horst Ladenberger vom Zentrum für selbstbestimmtes Leben: „Wir müssen in Köln noch Bretter Bohren die so dick sind, wie die Domtürme hoch sind. Dafür sind solche Veranstaltungen wie heute sehr wichtig, dass wir gemeinsam in Köln darüber im Gespräch bleiben.“

Im Vorfeld und im Anschluss an die Veranstaltung präsentierten zahlreiche BündnispartnerInnen Informationsmaterial aus ihren Arbeitsfeldern. Dabei standen sie in vielen Gesprächen den interessierten Besuchern Rede und Antwort.

Fotos: Elmar Siem

________________________________________________________________________

13.07.2004

Die Homepage vom Bündnis pro Inklusion geht online!

________________________________________________________________________

30.04.2004

Am Freitag, d. 30.04.2004 fand der Grundschultag der GEW NRW in Köln statt. Tagungsort war die EUROPA-Gesamtschule in Köln Zollstock. Einige VertreterInnen des Bündnisses hatten einen Info-Stand auf dem "Grundschul-Markt" aufgebaut. Es wurden Informationen verteilt und für weitere Bündnispartner geworben. Weitere Informationen im Internet: [Ein neues Fenster öffnet sich] www.grundschule.gew-nrw.de

________________________________________________________________________

[Zum Anfang der Seite]